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Nahezu konstantes Aufkommen: 2.242 Liter Blut für Kranke und Verletzte

BERCHTESGADENER LAND (ml) – 2019 haben 6,4 Prozent (2018: 6,6 Prozent) der spendefähigen Bevölkerung (SFB) des Landkreises zwischen 18 und 73 Jahren genau 2.242 Liter Blut für schwerst Kranke und Unfallopfer gespendet – im Vorjahr waren es mit 2.258 Liter nur geringfügig mehr. „Leider haben wir das Ergebnis von 2018 nur knapp verfehlt“, bedauert Edi Schmid, der Organisator des ehrenamtlichen Organisationsteams der BRK-Bereitschaften, der die Menschen im Landkreis das ganze Jahr über motiviert, ihren kostbaren Lebenssaft regelmäßig zu spenden.

Bayernweit plant der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BSD) strategisch optimiert und effizient die Termine für ein insgesamt möglichst hohes Spenden-Aufkommen im gesamten Jahr, wobei unterschiedlich viele Termine an den Orten im Berchtesgadener Land angeboten werden. Bei 2019 insgesamt 36 Abnahme-Terminen (2018: 38) betreuten die ehrenamtlichen Rotkreuzler 4.846 Blutspender. „Erfreulich waren die 348 Erstspender, die sich neu für diese gesellschaftlich wichtige Aufgabe zur Verfügung gestellt haben“, lobt Schmid.

Unter den langjährigen und treuen Blutspendern der Gemeinden im Landkreis besteht sein vielen Jahren ein inoffizieller Wettbewerb, wer am meisten Blut spendet. Schmid errechnet anhand der Einwohnerzahlen dann eine Jahres-Statistik und vergleicht das Aufkommen in einer Rangliste. „Da Männer jährlich bis zu sechsmal und Frauen viermal spenden dürfen, reißen regelmäßige Spender die Statistik für ihre jeweilige Gemeinde raus und spenden quasi für Spenden-Muffel und Menschen, die nicht spenden dürfen, mit“, erklärt Schmid, der weiß, dass der Wettbewerb nicht ganz so ernst und fanatisch wie im Sport ist, da einige Spender auch mal im Nachbar-Ort aushelfen und spenden, wenn ihnen der Termin besser passt.

Am fleißigsten waren wieder, wie bereits in den Vorjahren, die Blutspender aus der Großgemeinde Teisendorf mit fast elf Prozent der SFB. Die Auswertung der Statistik für die einzelnen Orte des Landkreises zeigt folgendes Ergebnis:

Ainring:
3 Termine (2018: 3)
255 erfasste Blutspender (3,7 Prozent der SFB)
241 Konserven (2018: 235)
14 Erstspender (2018: 26)

Anger:
2 Termine (2018: 2)
185 Spender (5,6 Prozent der SFB)
172 Konserven (2018: 167)
9 Erstspender (2018: 17)

Bad Reichenhall (mit Bayerisch Gmain und Schneizlreuth):
10 Termine (2018: 9)
1.022 Spender (6,5 Prozent der SFB)
926 Konserven (2018: 766)
87 Erstspender (2018: 82)

Berchtesgaden (fünf Gemeinden des südlichen Landkreises; Termine werden durch den Salzburger Blutspendedienst des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK) betreut)
6 Termine (2018: 6)
1.408 Spender (7,9 Prozent der SFB)
1.331 Konserven (2018:1.281)
130 Erstspender (2018: 117)

Freilassing (mit Saaldorf-Surheim):
6 Termine (2018: 6)
843 Spender (5,9 Prozent der SFB)
770 Konserven (2018: 701)
49 Erstspender (2018: 37)

Laufen (mit Saaldorf-Surheim):
2 Spendetermine (2018: 4)
202 Spender (2,8 Prozent der SFB)
185 Konserven (2018: 335)
13 Erstspender (2018: 28)

Piding:
3 Termine (2018: 3)
235 Spender (6,1 Prozent der SFB)
215 Konserven (2018: 249)
11 Erstspender (2018:18)

Teisendorf:
4 Termine (2018: 5 Termine)
696 erfasste Blutspender (10,5 Prozent der SFB)
643 Konserven (2018: 783)
35 Erstspender (2018: 38)

Trotz zahlreicher Versuche der Medizin und der Pharma-Industrie, ist es bisher nicht gelungen, ein entsprechendes Spender-Blut künstlich herzustellen. Täglich werden rund 2.000 Blutkonserven in den bayerischen Kliniken benötigt. Mit jeder Konserve bekommen bis zu drei Patienten wieder die Chance auf ein Weiterleben, da die meisten Konserven im BRK-Labor in München in verschiedene Blutbestandsteile wie Blutflüssigkeit, rote und weiße Blutkörperchen separiert werden und ein Patient nur den Teil einer Blutkonserve bekommt, den er gerade für seine Krankheit benötigt. Laut Statistik, sind 80 Prozent der Deutschen mindestens einmal im Leben auf eine Blutkonserve angewiesen. 94 Prozent der Deutschen halten Blutspenden für wichtig, aber nur drei Prozent der Bevölkerung spendet tatsächlich.

Im Berchtesgadener Land spendeten 2019 6,4 Prozent der SFB. Jeder Spender tut auch etwas für seine eigene Gesundheit, da sein Blut zahlreichen Untersuchungen unterzogen wird und er bei Unregelmäßigkeiten sofort verständigt wird. Wer regelmäßig zur Blutspende geht, oder wenn ein Spender einen Erstspender zum Termin mitbringt, erhält er einen zusätzlichen kostenlosen Gesundheitscheck, wobei speziell Nieren, Leber sowie die Blutfettwerte untersucht werden. Blut spenden kann jeder gesunde Erwachsene zwischen dem 18. und einen Tag vor seinem 73. Geburtstag.

Die Blutgruppe 0 negativ gilt laut Blutspendedienst als so genanntes Notfallblut, da es jeder Patient verträgt. Die Blutgruppen A und 0 sind besonders wichtig, da sie am häufigsten in der Bevölkerung vertreten sind. 19 Prozent der Blutkonserven werden für die Behandlung von Krebspatienten eingesetzt. 16 Prozent werden bei Magen- und Darmerkrankungen verwendet. Zwölf Prozent benötigen Unfall-Verletzte. Spenderblut wird auch bei Operationen und Therapie-Behandlungen von Leukämie-Patienten eingesetzt.

Zu einer Blutspende muss der Spender seinen Personalausweis und soweit vorhanden seinen Blutspende-Ausweis mitbringen. Am Tag der Blutspende sollte er normal, aber nicht zu fettreich essen, vor der Blutspende viel Alkoholfreies trinken. Frauen dürfen viermal, Männer sogar sechsmal im Jahr Blut spenden. Der Abstand zwischen zwei Blutspenden muss mindestens 56 Tage betragen.

Schmid: „Uns ist es ein besonderes Anliegen, allen Gemeinden und Pfarrämtern im Berchtesgadener Land, einschließlich deren Mitarbeitern für die hervorragenden Unterstützung und die meist kostenlose Überlassung ihrer Räume ganz herzlich zu danken. Ein großes Vergelts Gott auch im Namen der schwerst Kranken und Unfall-Verletzten den zahlreichen Blutspendern und ehrenamtlichen Rotkreuzlern!“ Der Leitspruch des BRK-Chefarztes Dr. Franz Leipfinger lautet:

Es genügt schon eine Stunde für das Leben anderer zu opfern. Wenn jeder etwas gibt, ist auch für jeden etwas da! „Bitte helfen Sie und spenden Sie Ihr Blut bei den Terminen des örtlichen Roten Kreuzes und bringen Sie Familienmitglieder, Freunde und Bekannte mit, damit auch in der Zukunft die Versorgung unserer Bevölkerung mit dem notwendigen Blut gewährleistet ist, denn Blut spenden bedeutet Leben retten!“, betont Schmid.