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Landesfachdienstlager der BRK-Bereitschaften in der Reichenhaller Hochstaufen-Kaserne

Rund 300 ehrenamtliche Rotkreuzler aus ganz Bayern besuchen vom 11. bis 13. Juli mit etwa 50 Fahrzeugen ein Ausbildungscamp mit 16 Workshops und Vorträgen

Vom 11. bis 13. Juli 2014 findet in der Reichenhaller Hochstaufen-Kaserne das Landesfachdienstlager der BRK-Bereitschaften statt. Voraussichtlich rund 300 ehrenamtliche Rotkreuzler aus dem gesamten Freistaat werden am Wochenend-Fortbildungscamp mit insgesamt 16 geplanten Workshops, Vorträgen und zwei Großübungen teilnehmen. „Wir erwarten rund 50 Einsatzfahrzeuge in der Kurstadt, wobei die Bevölkerung bis auf eine große Übung mit Fahrzeugmarsch am Sonntagvormittag kaum durch die Großveranstaltung gestört werden wird“, erklärt Organisator Andreas Rautter, Kreisbereitschaftsleiter im Berchtesgadener Land und zugleich stellvertretender oberbayerischer Bezirksbereitschaftsleiter.

Ab sofort Online-Anmeldung
Das Fachdienstlager ist international geprägt: Neben der Beteiligung des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK) steht auch eine EU-geförderte Übung (www.crismaproject.eu) mit Gästen aus Finnland und Israel auf dem Programm. Es gab über zehn Jahre lang kein Landesfachdienstlager mehr in Bayern, weil niemand die aufwendige Organisation stemmen wollte; nun packen Rautter und sein Leitungsteam der heimischen BRK-Bereitschaften mit Unterstützung der Bundeswehr und der Hotelfachschule das Großprojekt an. Ab sofort können sich die Mitglieder der BRK-Bereitschaften über die eigens eingerichtete Internetseite www.landesfachdienstlager.brk.de zur Veranstaltung anmelden und laufend über die intensiven Planungen und Vorbereitungen informieren; die Abrechnung der Kosten erfolgt über den jeweiligen Kreisverband, der die Leute schickt. „Auf der zusätzlich eingerichteten Facebook-Seite www.facebook.com/fachdienstlager2014 haben wir schon über 300 Likes“, freut sich Rautter.

Zeltlager in der Kaserne
Ab Freitagnachmittag um 15 Uhr treffen die ersten Einheiten mit ihren Fahrzeugen und Zelten ein; dann wird bis zum Abend das Lager aufgebaut. Der Essen-auf-Rädern-Mann des Roten Kreuzes, Peter Mühlbauer, spielt beim anschließenden Kameradschaftsabend mit seiner Austropop-Band „Olles Leiwand“ auf und sorgt für gute Stimmung. Am Samstag finden den ganzen Tag über Theorie- und Praxis-Workshops mit Themen aus allen Fachdiensten statt; ab 20 Uhr gibt es einen Festabend mit geladenen Gästen, Buffet, Boogie-Woogie, DJ Soundbär und einer WM-Übertragung in der eigens eingerichteten Sportbar. Am Sonntag findet dann ein Fahrzeugmarsch mit einer Fahrzeugsegnung am Landratsamt und einer Großübung statt, bei der die Patientenablage, Sichtung und der Aufbau eines Behandlungsplatzes für rund 50 Verletzte und 200 Betroffene geübt wird. Eingebunden werden auch eine Sanitätshilfsstelle (SanHist) des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK) und der Betreute Fahrdienst des Roten Kreuzes für den Transport der Unverletzten.

16 Workshops und Vorträge
„Wir haben uns bemüht, möglichst viele Fachdienste mit einzubinden. Am Sonntag wird eine große Übung das Programm abrunden, so dass die Teilnehmer gegen Mittag die Heimreise antreten können. Für die Vorträge und Workshops konnten wir hochkarätige Referenten und Experten gewinnen“, freut sich Rautter. Unter anderem berichtet Jürgen Terstappen vom Betreuungseinsatz beim Bombenfund in München, Stefan Funk vom Fachdienst Information und Kommunikation (IuK) zeigt die Einsatzmöglichkeiten von Flugrobotern (SAR Robots) auf und Hans Steinbrecher vom Fachdienst CBRN(E) spricht über seine Spezialeinheit gegen Gefahren aus chemischen, biologischen, radiologischen, nuklearen und explosiven Stoffen. Darüber hinaus geht es um den Wassersatz des Betreuungs-Lastwagens, Standardeinsatzregeln im Betreuungsdienst (BtD) und Sanitätsdienst (San), Datenübertragung via Kurzwelle (Dr. Rüttger Clasen), BOS-Funk, Digitalfunk, Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV), das Kreisauskunftsbüro (KAB), die Sanitätsstelle der Bundeswehr und innovative Roboter-Technik für Einsatzstellen. Das ÖRK stellt seine Wasseraufbereitungsanlage und die Sanitätshilfsstelle (SanHist) vor, Uwe Kippnich erklärt die EU-finanzierte „Übung Bayern“ zur Weiterentwicklung des CRISMA-Projekts (crisis management for improved action and preparedness), Lothar Ellenrieder erläutert ein neues Planspiel, die dynamische Patientensimulation, Hermann Scherer referiert zum nichtärztlichen Patientensichtungssystem mSTaRT (modified simple triage and rapid treatment) und Till Schöndorfer organisiert einen Parcours-Wettbewerb.

EU-geförderte Übung
Im Rahmen der Workshops am Samstag finden auch zwei Durchläufe einer EU-geförderten Übung zur Weiterentwicklung des CRISMA-Projekts statt, bei der 25 Mimen nach einem Busunfall versorgt werden; eingesetzt werden jeweils zwei Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG) Behandlung, fünf Rettungswagen, drei Notfallkrankenwagen und zwei Unterstützungsgruppen Sanitätseinsatzleitung (UG-SanEL). Das KAB soll dabei laufend alle Daten erfassen; Gäste aus Finnland Israel und vom Generalsekretariat des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) beobachten als Gäste die Arbeiten. Eine Vorübung dazu findet bereits am 21. und 22. Juni im Raum Würzburg statt.

Viel Arbeit für die Fachdienste Betreuung und Technik und Sicherheit
Für den heimischen Betreuungsdienst und den Fachdienst Technik und Sicherheit (TuS) der BRK-Bereitschaften ist die Veranstaltung ebenfalls eine Herausforderung. Die Ehrenamtlichen kümmern sich um Verpflegung, Bewirtschaftung und Unterkunft der überregionalen Gäste, Auf- und Abbau des Lagers, Strom- und Wasserversorgung und Abfallbeseitigung. Frühstück, Kaffee, Tee, Getränke, Mittag- und Abendessen, Sektempfang, Buffet, eine Pils- und Cocktailbar und eine Lunchpaket-Ausgabe müssen drei Tage lang organisiert und personell besetzt werden. Hier führen Petra Rautter und Florian Holzinger als Fachdienstleiter das Ruder. Sie sind Chefs über rund 30 Zelte, drei Feldküchen, mobile Lager-Toiletten, ein Festzelt und einen Küchenwagen des Kreisverbands München. Unterstützt werden die Rotkreuzler durch die Reichenhaller Hotelfachschule, die bereits bei vergangenen Veranstaltungen Hand in Hand mit den Bereitschaften zusammengearbeitet hat. Das Lager wird über Teilnahmegebühren, Spenden und die Landesbereitschaftsleitung finanziert. „Wir haben einen Schichtdienst geplant, so dass alle unsere Helfer aus dem Landkreis, die sich um organisatorische Abläufe kümmern, auch als Teilnehmer die Workshops besuchen und das Wochenende genießen können“, erklärt Rautter.

Landesbereitschaftsleiter Michael Raut, sein Stellvertreter Dieter Hauenstein, der Katastrophenschutz-Beauftragte des BRK, Rudi Cermak, der zweite stellvertretende oberbayerische Bezirksbereitschaftsleiter, Jakob Goess und Petra Luber, die Beauftragte für das Ehrenamt in Niederbayern und Oberpfalz machten sich vor wenigen Tagen vor Ort ein Bild von den bisherigen Vorbereitungen und informierten sich zur Machbarkeit des Projekts.